Zielgruppe Kind

Posted on October 26, 2010 by


Kinder bzw. Jugendliche suchen in Sekten Halt und Verständnis. Dieses wird ihnen anfänglich auch geboten, aber in der Regel bekommen sie nach einiger Zeit die Macht der Gehirnwäsche und die materielle Ausbeutung zu spüren. Scientology spricht hier gezielt Jugendliche und Kinder an.  Diese Organisation hat hierzu einen eigenen Bereich in der Organisationsstruktur entwickelt, der sich um soziale Belange, wie z.B. der Drogenrehabilitation (Narconon)  aber auch um Erziehungsunterstützung u.a. in Form von Nachhilfezentren kümmert. Dieser gesammte Bereich nennt sich „Association for Better Living and Education“ (ABLE).

„Im August 1991 veröffentlichte Captain David Miscavige, Chef des RTC und Scientology International, ein umfangreiches Strategiepapier für die neunziger Jahre. Seine Ausführungen und Ankündigungen zu ABLE … machen deutlich, dass man… Kinder und Jugendliche… als gesonderte Zielgruppe im gesamtgesellschaftlichen Kontext betrachtet… Scientologen auf der ganzen Welt werden also aufgefordert, die Technologie von L. Ron Hubbard in die Schulen und Kindergärten zu tragen.“ (Norbert Potthoff, Scientology Analyse, 1993)

ABLE bietet auch Nachhilfeunterricht an, der aber durch ständige Mutation und Expansion Scientologys schwer zu beobachten ist. Wichtig ist hierbei, ZIEL, „das Zentrum für individuelles und effektives Lernen“. (Kurt – Helmuth Eimuth, „Die Sekten – Kinder“ 1997)

In einer Welt der Entsozialisierung und Endsolidarisierung in der nur jedes einzelne Individuum zählt, haben selbsternannte Heilsbringer ein leichtes Spiel, ihre Opfer gefügig zu machen.

Die völlige Isolation von Elternhaus und Freunden ist oft der erste Schritt, der den Jugendlichen die Fähigkeit zum Vergleich mit der Außenwelt nimmt und weiter in die Sekte hineintreibt. Der Jugendliche kann die Welt nur noch in Gut und Böse einteilen, es gibt keine Grauzonen mehr. Hinzu kommt, dass sich Schuldgefühle in dem Jugenlichen ausbreiten. Er leistet nicht genug für die Gemeinschaft, aber auf der anderen Seite ist die Sekte auch ein Zufluchtsort vor der bösen Außenwelt. Gelingt es dem Jugendlichen, sich aus der inneren Gefangenschaft zu lösen, ist eine lange Behandlung vielfach durch die Trennung auch von den Eltern erforderlich.

Der Psychologe und Sektenkritiker Siegfreid Hamm meint, dass bei der Prävention von Sekten unsere Gesellschaft von der ethischen Überzeugung heraus, die individuellen Rechte und Entwicklungsmöglichkeiten, gegen die intoleranter Individualisten abgesichert werden müssen. Doch in diesem Feld voller Stolpersteine dürfe man nicht übersehen, dass es nicht nur um Verführte, sondern  schlicht um Angebot und Nachfrage gehe.

Schutz und Aufklärung verdienen vor allem Jugendliche,  die die Verführungsstrategien der  Sekten nicht durchschauen und in ihrer als leer und spannungslos empfundenen Welt blind auf den Psycho – Zug aufspringen.

Eltern haben aber in jedem Falle die Möglichkeit ihre minderjährigen Kinder aus den Fängen einer Sekte mit der Hilfe des Vormundschaftsgerichtes herauszuholen. Eltern müssen NICHT tatenlos zusehen, wenn ihre Kinder in die Fänge von u.a. Scientology geraten. Auch die bezahlten Gelder, in Scientology in Form der Kursgebühren, oder „Spenden“ können und sollten unbedingt zurückgefordert werden.

Bei Volljährigen hingegen sieht dies anders aus, hier ist es wichtig Kontakt zu halten oder diesen wieder aufzubauen. Jedoch ist es wichtig die Sektenaktivitäten nicht zu unterstützen auch nicht in Form von Geld.  Ausnahmen sind hier die Kranken- und Sozialversichrungsbeiträge.

Dem eigenem Kind muss klar gemacht werden, dass man es als Person, als eigenes Kind, liebt und respektiert ohne die Sektenanteile in seinem Kind zu berücksichtigen und zu fördern. Wichtig ist, ihnen zu zeigen, dass sie jederzeit ohne Vorwürfe wieder willkommen sind. Dies ist für die betroffenen  Eltern und anderen Familienangehörigen sicherlich ein schwieriger Balanceakt.

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